#Idescaped

Einmal Wildlife Ranger und zurück

Thumb img 3199 JK
17. Juni, 16:48 Uhr
Heute erzählt euch Edith von ihren persönlichen Erlebnissen als WIldlife Ranger im Dschungel. Ja, sie ist auch Faultieren begegnet und hat die Machete geschwungen.

Ende letzten Jahres konnte man bei der whatchado Challenge ein Descape als Wildlife Ranger nach Costa Rica gewinnen. Edith war die glückliche Gewinnerin, die sich auf diese Reise begeben durfte! Heute erzählt sie euch von ihren persönlichen Erlebnissen als Wildlife Ranger im Dschungel:

Die Gelegenheit, zwischendurch mal in komplett andere Berufsbilder reinzuschnuppern, bietet sich im Alltag ja eher selten. Umso größer war bei mir die Freude, als ich Anfang des Jahres die E-Mail von whatchado erhielt: „Du fliegst nach Costa Rica und wirst Wildlife Ranger im Dschungel!“ WOW! Etwas Aufregenderes konnte einem neugierigen Reisejunkie wie mir nicht passieren.

Wenn ich nicht gerade mit der Machete durch den Regenwald laufe, arbeite ich als Marketing- und Innovationsmanagerin. Naturgemäß sitze ich bei diesem Job sehr häufig am Schreibtisch. Glücklicherweise macht mir die Arbeit großen Spaß und dennoch: Ich glaube, dass jeder Mensch immer neue Anreize und Erfahrungen braucht, um kreativ arbeiten zu können. Routine lässt uns in eingefahrene Muster verfallen, deshalb versuche ich, mich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Wildlife Ranger im Regenwald – das klingt spannend und erschreckend zugleich. Perfekt!

Ein erster Blick ins Camp.

Schon wenige Wochen später ist es soweit: Ich stehe in San José, der turbulenten, heißen Hauptstadt von Costa Rica. Dort lerne ich auch gleich einen weiteren Wildlife Ranger in spe kennen: Robin aus München. Gemeinsam warten wir auf den Bus, der uns an die Küste in ein Dorf namens Puerto Viejo bringen soll. Die Fahrt bietet schon einen guten Eindruck von Costa Ricas beindruckender Naturschönheit. Der Regenwald erscheint grenzenlos. Vorbei an Palmen, bunten Häusern, karibischen Kühen, Pferden und Ziegen – bis wir endlich da sind. Wir schnappen unsere Rucksäcke und gehen zum vereinbarten Treffpunkt, an dem wir unseren Wildlife-Ranger-Chef Manu kennenlernen sollen. Doch zuerst treffen wir dort auf einen weiteren Mitstreiter – Nordin, der in der Schweiz lebt (aber ursprünglich aus Berlin kommt). Und schließlich auch Manu, der Mann, der aus dem Dschungel kam (bzw. eigentlich aus Oberbayern). Das Abenteuer kann also losgehen: Drei Deutsche und ich im Urwald. Fehlt nur noch RTL. ;-) Mit Manus Pick-up geht es los, noch schnell Vorräte einkaufen und dann fahren wir hinauf in „seinen“ Dschungel. Das letzte Stück legen wir zu Fuß zurück und schon stehen wir mitten in unserem neuen Zuhause und Arbeitsplatz. Erster Eindruck: paradiesisch! Sofort stellt sich ein Mowgli-Gefühl ein…

Hämmern, sägen, „Rasen“ mähen

Um halb sieben morgens wird es hell und die Vögel geben ein Konzert – Zeit aufzustehen. Freddy, die gute Seele unseres „Dschungelcamps“, ist schon wach. Mit einem herzlichen „Pura Vida“ begrüßt er mich lachend. Bevor es für mich losgeht wird erst einmal gefrühstückt. Costaricanischer Kaffee,„Frutas“ nach Lust und Laune, Brot mit Bohnenaufstrich, Eier – eben alles, was das Wildlife-Ranger-Herz begehrt. Dann geht es an die Arbeit: Gemeinsam zimmern wir aus langen Bambusstangen und schweren Holzpfosten einen Zaun. Der soll das gefräßige Pferd davon abhalten, den Kräutergarten und die Obstbäume zu plündern. Jetzt sind erstmals meine handwerklichen Fähigkeiten gefragt. Was soll ich sagen…sie sind ausbaufähig. Aber deshalb bin ich ja hier. Tatsächlich betrachten wir am nächsten Tag im Schweiße unseres Angesichts das Ergebnis unserer Arbeit. Freddy ist ziemlich zufrieden mit uns Stadtkindern. Wir auch.

Als Wildlife Ranger begegnen einem auch mal Brüllaffen. 

Ein anderer Bereich der Arbeit eines Wildlife Rangers ist das Pflegen der Wege. Quasi jeder Tico läuft am Land mit einer Machete herum. Und mit einem vorsorglichen „Cuidado!“drückt Freddy mir auch so ein Crocodile-Dundee-Messer in die Hand. Jetzt heißt es mähen. Da im Regenwald ständig alles wächst und wächst und wächst sind die mühsam angelegten Wege schnell wieder überwuchert. Daher gehört das „Dschungel-Rasenmähen“ mit der Machete zur Grundausbildung. Das sieht kinderleicht aus, bedarf dann aber doch einer kurzen Übungsphase. Während ich in Salzburg im Büro nach dem Mittagessen ein Nachmittagstief mit Kaffee bekämpfe, bin ich hier von etwa zwei bis drei Stunden körperlicher Arbeit ziemlich ausgelaugt, aber zufrieden. Und jetzt ruft erst einmal die Hängematte… Siesta.

Eins ist klar: I’ll be back

Der Abschied aus Costa Rica und ganz besonders aus dem Regenwald fällt schwer. Wer hätte gedacht, dass man sich in zehn Tagen so sehr an den Dschungel gewöhnen würde? Rückblickend stellt sich für mich jetzt natürlich die Frage: Was nehme ich mit aus dieser besonderen Erfahrung? Was sind die wichtigsten „Key Learnings“, wie man so schön sagt, bzw. wo liegen die Unterschiede zu meinem normalen Alltag?

Regen im Regenwald.

Die größte Veränderung war ganz klar: Zehn Tage kein Strom. Kein Internet, keine Emails, keine Nachrichten checken, keine Facebook-Updates, keine Whatsapp-Nachrichten. Schon nach kurzer Zeit hat sich der automatische Blick aufs Smartphone erledigt und der kleine Zeitfresser liegt unbeachtet in der Ecke. Das genieße ich. 

In Salzburg trinke ich den morgendlichen Kaffee am Schreibtisch, mit Blick auf den Untersberg, während die ersten E-Mails bearbeitet werden. Als Wildlife Ranger im Regenwald koche ich costaricanischen Kaffee mit der italienischen Espressokanne vor einer atemberaubenden Dschungelkulisse. Ohne Bildschirm, dafür mit einem Fernrohr, um den Faultieren in den Bäumen beim Faulsein zuzusehen. Der Löwenanteil der Arbeit wird meistens morgens verrichtet, um der größten Hitze zu Mittag zu entgehen. Nach einem Tag voll Pflanzenpflege, Tierbeobachtungen, kleineren handwerklichen Tätigkeiten, guten Gesprächen mit den anderen „Rangern“ und natürlich einer ausgiebigen Siesta in der Hängematte, wird vor Anbruch der Dunkelheit gekocht. Wir essen gemeinsam, lauschen fasziniert den Geräuschen des nächtlich erwachenden Urwaldes, lassen uns vom Sternenhimmel umwerfen und gehen dann ziemlich früh ins Bett (also ins Zelt) – erschöpft und erholt zugleich.

Das ist zuhause dann doch etwas anders. Wir stopfen den Kalender mit Terminen voll, anstatt uns bewusst Zeit für die wichtigen Dinge zu nehmen. Und wir verbringen den Großteil unseres Lebens in geschlossenen Räumen anstatt uns in der Natur zu bewegen. Ich sage jetzt nicht, lasst uns alle aus den Büros flüchten und Wildlife Ranger in Costa Rica werden. Wobei… :-) Aber: Jeder braucht Auszeiten. Neue Eindrücke und Grenzerfahrungen. Das gilt meiner Meinung nach für Menschen aller Altersklassen und Berufsgruppen. Wir müssen uns hin und wieder neu ausprobieren, um nicht stehen zu bleiben. Warum also nicht zum Beispiel mit Descape, nach deren Motto „Kurztrips in Traumjobs“? Ich finde das Konzept genial. Im Urlaub einfach mal in andere Berufe reinschnuppern und neue Lebenswelten kennenlernen. Ich kann euch nur empfehlen: Probiert es aus!


Mein Einblick in diesen besonderen Job war also viel mehr, als nur zu erkennen, dass ich dringend mehr hämmern und sägen muss. (Und den Umgang mit der Machete üben natürlich.) Ich bin mit voll geladenen „Batterien“ aus dem stromlosen Dschungel zurückgekommen und habe mir aus einem völlig anderen Beruf sehr viel für meinen Alltag mitgenommen. Für mich ist  klar: Nach dem Dschungel ist vor dem Dschungel.

Alle Bilder sind übrigens von Edith selbst aufgenommen worden. 

Thumb img 3199 JK
17. Juni, 16:48 Uhr
Marketing Fachfrau bei Descape und hilflos Fotos von süßen Tierbabys ausgeliefert.

Kommentare

Empfohlene Descapes

Inspiration per E-Mail

Melde dich für unseren Newsletter an und erfahre als Erster von neuen Descapes.